{"id":424,"date":"2011-04-26T10:53:26","date_gmt":"2011-04-26T09:53:26","guid":{"rendered":"http:\/\/heinz-ulrich-schwarz.de\/wordpress\/?p=424"},"modified":"2011-04-26T10:53:26","modified_gmt":"2011-04-26T09:53:26","slug":"das-kruzifix-und-die-nazis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/heinz-ulrich-schwarz.de\/wordpress\/das-kruzifix-und-die-nazis\/","title":{"rendered":"Das Kruzifix und die Nazis"},"content":{"rendered":"<p>Die folgende Geschichte haben jetzt Herr Ley und mein Vater aufgeschrieben:<\/p>\n<p>Hermann Ley\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 Heinz Schwarz<\/p>\n<p>Leubsdorf, April 2011<br \/>\nIn unserer Schulzeit begann das neue Schuljahr nach Ostern. In meinem Heimatdorf\u00a0\u00a0 Leubsdorf bestand die Volksschule aus drei Klassen. Die Schuljahre 1 und 2, die Schuljahre 3,4 und 5, die Schuljahre 6, 7 und 8 waren in einer Klasse. 1941 waren alle Sch\u00fcler katholisch. Die einzige evangelische Sch\u00fclerin war zu Ostern entlassen worden. <!--more-->Unser Hauptlehrer Herr G\u00f6bel hatte immer einen Sch\u00fcler aus dem achten Schuljahr, der jeden Tag daf\u00fcr zu sorgen hatte, dass die Schule aufgeschlossen wurde. Jetzt war dies die Aufgabe unseres Mitsch\u00fclers Hermann Le`y. Das Kruzifix in unserem Klassenraum war entfernt Worden, weil worden, weil Andersgl\u00e4ubige nicht provoziert werden sollten. So war mein Wissen.<br \/>\nAlso machte ich meinem Mitsch\u00fcler Hermann den Vorschlag wieder ein Kruzifix aufzuh\u00e4ngen, da ja jetzt nur noch Katholiken in unserer Schule waren. Der Nagel, an dem fr\u00fcher ein Kruzifix hing, war noch vorhanden. Hermann Ley zeigte sich einverstanden. Bei meiner Gro\u00dfmutter holte ich ein Kruzifix, ein sch\u00f6nes Kruzifix.<br \/>\nAn einem Montag, dem Beginn einer neuen Schulwoche, war ich fr\u00fchzeitig an der Schule, um ungesehen mit Hermann zur Tat zu schreiten.<br \/>\nWir waren zu Ostern 1941 12 Jahre alt. Hauptlehrer G\u00f6bel schritt immer w\u00e4hrend der Unterrichtsstunde im Klassenraum von seinem Pult zu<br \/>\nden Schuljahrg\u00e4ngen. Dem Pult am n\u00e4chsten waren die Sch\u00fcler des 6en Schuljahres. Wir, die Sch\u00fcler des 8en Schuljahres, waren am weitesten vom Pult entfernt. Beim Weg zur\u00fcck von uns sah Herr G\u00f6bel das Kruzifix. Er wendete sich zu uns, war kreidebleich und stellte die Frage: wer war das.<\/p>\n<p>Obwohl eine Mitsch\u00fclerin uns erwischt hatte, meldete sich niemand. Das Kruzifix wurde abgeh\u00e4ngt und ins Pult gelegt.<br \/>\nIn der Pause gingen Hermann und ich zum Herrn Gabel und teilten diesem mit, dass wir beide das Kreuz aufgeh\u00e4ngt h\u00e4tten. Herr G\u00f6bel war Organist in unserer Kirche und Dirigent des Kirchenchores, ging also t\u00e4glich in die Messe.<br \/>\nEr sagte zu uns: Kinder ihr wisst nicht, was ihr getan habt. 3 meiner S\u00f6hne sind Soldat. Zwei von diesen sind Offiziere und der j\u00fcngste ist Offiziersanw\u00e4rter. Er war in gro\u00dfer Sorge um seine S\u00f6hne.<br \/>\nOffensichtlich f\u00fcrchtete er Aktionen der Sippenhaft im Nazisystem.<br \/>\nVon einer Bestrafung f\u00fcr uns sagte er kein Wort.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag, Hermann Ley musste nach Schulschluss Herrn G\u00f6bel die Schl\u00fcssel zur\u00fcckbringen, ging ich mit zu Herrn G\u00f6bel. Dieser fragte mich, was ich denn wolle. ich sagte: ich will das Kreuz wieder haben.<br \/>\nIch konnte das Kreuz mit nach Hause nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die folgende Geschichte haben jetzt Herr Ley und mein Vater aufgeschrieben: Hermann Ley\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 Heinz Schwarz Leubsdorf, April 2011 In unserer Schulzeit begann das neue Schuljahr nach Ostern. In meinem Heimatdorf\u00a0\u00a0 Leubsdorf bestand die Volksschule aus drei Klassen. 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